1. Feb. 2017: 6. Europäischer Theatertag der Toleranz

Auf Grund der Aktualität findet ihr das Programm für den nächsten Literaturmontag am 6.2. im Cafe Stadtbahn unterhalb dieses Postings und nicht wie gewohnt an erster Stelle.

  1. Februar 2017: 6. Europäischer Theatertag der Toleranz

Seit 6 Jahren begehen bereits an die 1000 Theater, Konzerthäuser und andere Veranstaltungsorte Europas, aber auch Nord- und Südamerikas den „Europäischen Theatertag der Toleranz“, indem sie am 1. Februar vor ihrer jeweiligen Vorstellung das unten stehende Memorandum verlesen.
Sie wollen sich gegen das Erstarken nationalistischer und rassistischer politischer Strömungen stellen, die mit Hass und Ausgrenzung den sozialen Frieden in Europa gefährden und die Europäischen Grundwerte „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ sowie die Menschenrechte in Frage stellen.
Ins Leben gerufen wurde diese Initiative von einer Reihe namhafter KünstlerInnen wie Gaby Welker, François-Michel van der Rest, Renald Deppe, Bernd C. Sucher und Markus Kupferblum, der das Memorandum verfasste.
Ich bitte Sie höflichst, diese Initiative zu unterstützen, indem Sie diese einer möglichst breiten Öffentlichkeit bekannt machen und das Memorandum gegebenenfalls selbst am 1. Februar 2015 verlesen, egal ob es sich dabei um ein Theaterstück, eine Oper, ein Konzert, eine Lesung oder eine sonstige Veranstaltung handelt, bei der Publikum anwesend ist.
Weiters bitte ich Sie, eine Foto oder Video Dokumentation von dieser Verlesung an kupferblum@gmx.net zu schicken.

 

 

 

Memorandum

Meine Damen und Herren, geliebtes Publikum!
Ich verlese ein Memorandum, das heute in den meisten Theatern Europas vor der Vorstellung in der jeweiligen Landessprache verlesen wird:
Heute ist der 1. Februar 2017. Zum 6. Mal begehen wir nun den „Europäischen Theatertag der Toleranz.“

In ganz Europa erstarken rechtspopulistische Parteien, die das Ziel verfolgen, zum Nationalismus des 19. Jahrhunderts zurückzukehren, Menschen gegeneinander aufzuhetzen und Mauern zu bauen. Sie verbreiten Lügen darüber, dass das das Wohl für die Menschen bedeuten würde. Doch wohin der Nationalismus führt, haben wir im 20. Jahrhundert schmerzlich erfahren müssen.

Wir Theaterleute stellen uns im Sinne der Aufklärung und der Tradition unserer Kunstform an die Seite derer, die sich für die Freiheit einsetzen, den sozialen Frieden, für Offenheit, Neugier und Menschlichkeit. Wir stellen uns entschieden gegen die Leute, die die Idee der Europäischen Einheit und Solidarität und die Gültigkeit der Menschenrechte in Frage stellen. Deshalb wollen wir uns in unserem Land und in unserer unmittelbaren Umgebung für die Schwächeren einsetzen.
Wir wollen mit unserer Theaterarbeit das Trennende in der Gesellschaft überwinden, Neugierde erwecken und die Sinne für gesellschaftliche Wahrheiten schärfen – zum gemeinsamen Wohl aller Menschen, für den Frieden und die Freiheit in Europa. Sind wir Menschen doch alle frei und gleich an Würde und Rechten geboren, sind wir doch alle Bürger einer Welt. Heute ist der 1. Februar 2017. Begehen wir heute gemeinsam zum sechsten Mal den „Europäischen Theatertag der Toleranz“.

Markus Kupferblum

 

6. Februar, Literaturmontag mit Alice Reichmann und Nadia Baha … ab 20:30

Alice Reichmann (Wien),
liest in hiesigen Gfriesern. In ihren Texten schlüpft sie in Rollen, die typisch und doch einzigartig sind, deren Biographien mit jedem Text wachsen. Das ist mal unfassbar traurig, mal unerhört böse und oft einfach nur wahnsinnig lustig. 10 Personen-Stücke in fünf Minuten? Alice Reichmann kann’s.

https://www.facebook.com/alice.reichmann

Nadia Baha,
geboren September 1983, so etwas kommt vor. Schreibt u.a. satirische Texte, Kabarett, Stücke, aber auch Lyrik und Kürzestgeschichten. Übersetzt, organisiert und politisiert sich und andere. Aufgewachsen in bikulturellen Verhältnissen – mag aber trotzdem keine Binärcodes. Hat kein Smartphone.

Website: www.nadiabaha.com

Nachhilfestunde für europäische Politiker

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Nachhilfestunde und Frage an europäische Politiker:

Im Winter ist es kalt. Manchmal friert, schneit und stürmt es sogar! Dann freuen wir uns, wenn wir uns in einer warmen Hütte aufwärmen können. Leider sind in unserer Stadt von den Hütten nur mehr Trümmer übrig und wir mussten davonlaufen. Unglücklicherweise sind wir auf ihrer Insel gelandet, wo es viele Hütten gibt, die wir nicht betreten dürfen. Deswegen frieren wir bei ihnen genauso, wie zwischen den Trümmern unserer Häuser. Sie nennen diesen Ort „Camp“. Für uns ist er ein kaltes Gefängnis, das wir nicht verlassen dürfen. Weil wir uns bei ihnen nicht aufwärmen können werden wir krank, einige sterben sogar. Ok, sie tragen keine Verantwortung und kassieren nur das Geld, das man ihnen für diese Arbeit bezahlt. Finden sie nicht, dass dieses Geld besser für warme Unterkünfte ausgegeben werden sollte?

9. Jänner 2017: Erster LitMo im neuen Jahr mit Peter Campa, Karin Marinho da Silva und dem Strawanzer vom Augustin … auch im neuen Jahr beginnen die Lesungen um 20 Uhr 30 im Cafe Stadtbahn …

Die Literaturmontägigen wünschen euch einen gelungenen Jahreswechsel und alles Gute im neuen Jahr ….

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Peter Campa

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https://www.facebook.com/peter.campa.169?fref=ts

wurde am 9.6.1954 in Wien geboren, begann ein Pharmaziestudium, das er sehr bald abbrach und widmet sich seit der Pubertät der Literatur. Ausgehend von Lyrik (Unveröffentlichter Lyrikband “Alleine mit Gott”) wandte sich Campa der Erzählung zu und so erschien im Jänner 1995 die Wien-Biographie “Auf der Reise”, die – zunächst ein Geheimtip – sich bald herumsprechen sollte. Verwoben mit seiner Heimatstadt zeichnet Campa Genre- und Landschaftsbilder, wobei er sich des klassischen Erzählstils bedient. Seither sind zahlreiche Bücher entstanden:

Der ganz normale Franz. Triton-Verlag, Wien 2003, ISBN 3-85486-104-4.
Paul Wolf und die Katze Ursula. Triton-Verlag, Wien 2000, ISBN 3-85486-038-2.
Die zweite Reise. Triton-Verlag, Wien 1997, ISBN 3-901310-45-2.
Auf der Reise. Triton, Wien 1995, ISBN 3-901310-16-9.
Auf der Reise. Hörbuch, Sprecher: Peter Campa, Mono Verlag, Wien, 2010.

Karin Marinho da Silva, geboren 1962 in Wien, lebt im Südburgenland.

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https://www.facebook.com/karin.marinhodasilva?fref=ts

Schreibt vorwiegend Kurzprosa und Dramen; seit 2006 literarische Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften, 2007/08 Leondinger Akademie für Literatur, 2009 Wir fritzln, Lesedrama, 3raum-Anatomietheater.

Neueste Veröffentlichungen: Der Retter der Welt in: Triëdere – Zeitschrift für Theorie und Kunst 2013; Unerwünschte Wirkungen und Der Musterkoffer in: Augustin 2014)

https://www.facebook.com/strawanzer.augustin?fref=ts

 

19. 12. Literaturmontag Weihnachtsfeier mit Michele Thoma, Martin Winter, Gerhard Paschinger, Klaus Sypal, Andi Luf und Gästen

 

„Die Stimme erheben“ ist absichtlich so formuliert, schließlich wollen wir nicht nur Vanillekipferl essen, sondern auch die Menschleins aufwecken, bevor sie völlig im Punsch versinken………………………………………….

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  1. 12. 2016 ab 20:00 im Cafe Stadtbahn

 

Literaturmontag Weihnachtsfeier mit Lesungen von Michele Thoma, Martin Winter, Gerhard Paschinger, Klaus Sypal, Andi Luf … aber auch unsere Gäste sind herzlich eingeladen, die Stimmen zu erheben.

 

Dazu gibt es noch Bilder, Bücher, CDs, Zeitschriften und jede Menge gute Laune …

Am 5. Dezember sind die Autoren Martin Winter und Franz Blaha mit ihren neuen Büchern zu Gast beim Literaturmontag im Cafe Stadtbahn

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Martin Winter:

https://www.facebook.com/jackieandmartinw?fref=ts

geb. 1966 in Wien. Mutter aus Groß Gerungs. Studiert Germanistik und Sinologie. Liest früh in vielen Sprachen.
1988-1990 Stipendium in Taiwan. 1992/1993 Praktikum in Shanghai. 1994 Zivildienst, Deutschunterricht für Flüchtlinge. Übersetzt seit 1993. Unterrichtet in Taiwan, Österreich, Rumänien, China (Wuhan, Chongqing, Peking).
Übersetzer in Peking 1999-2009. Schreibt Gedichte in mehreren Sprachen.
Veröffentlichungen von & in Büchern mit Übersetzungen und Artikeln in China, Deutschland, Schweiz, Australien, Österreich. Übersetzungen, eigene Gedichte und Artikel in NZZ, Basler Zeitung, FAZ, taz, Die Zeit, LICHTUNGEN, Wienzeile, Poetry International Festival Rotterdam, South China Morning Post, NY Review of Books, NY Times, Taipei Times etc. Lebt in Wien.

Franz Blaha:

Geboren 1945 in Wien, diverse Berufe, zweiter Bildungsweg: Matura, mehrere Studien, intensiv: Psychologie und Humanbiologie, Dissertation, aber kein Abschluss. Besucher und Leiter zahlreicher Schreibwerkstätten, Publikationen in Anthologien und Zeitschriften, langjähriger Lektor, Mitautor und Rezensent der 2014 eingestellten Zeitschrift „Driesch“ im Driesch-Verlag, Veranstalter der Schreibinteressen im Häferl, Poet und kritischer Beobachter des Zeitgeschehens und Stammgast bei unseren Literaturmontagen. https://www.facebook.com/profile.php?id=100005549235702&fref=ts

 

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Am 7. November ab 20:30 Uhr beim Literaturmontag im Cafe Stadtbahn: „The Magic Curtain for Carina“, eine Performance von Andi Luf und Eleonore Weber

Juhu, endlich wieder ein Heimspiel. Ist es übrigens auch für die Eli, langjährige Stadtbahnstammgästin, als sie noch in Gersthof lebte. Es gibt auch einen Radio-Orange-Beitrag über das Cafe Stadtbahn von ihr. Wir werden uns bemühen euch richtig einzuheizen, damit niemand mit kalten Füßen wieder nach Hause gehen muss….

Bücher, Bilder, Videos von Andi Luf und Eli Weber werden den ganzen Abend lang im Extrazimmer des Lokals ausgestellt….

A&E in alphabetical order

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Ein kleiner Bericht über den Literaturmontag am 3. Oktober mit Helga Pregesbauer und Gerda Sengstbratl:

….Montag Regentag. Wie bringt einer so eine angemalte Leinwand zwischen den Regentropfen ins Stadtbahn? Diese Aufgabe verursachte eine kleine Verspätung bei mir und die Magda vom Bahn musste die Bühne ohne meine Hilfe aufbauen, was ihr übrigens bestens gelang und es war eigentlich alles angerichtet, die beiden Autorinnen schon da, als ich ins Bahn, glücklicherweise halbwegs trocken, hineinkeuchte. Was dann folgte, gibt es leider nur in den kurzen Videoclips, welche Elis Rotter dankenswerter Weise immer wieder als Dokumentation anfertigt und zusammen mit den entstandenen Fotos auf unserer Seite online stellt. Das wird wohl in den nächsten Tagen geschehen. Ihr müsst euch also derweil mit meinem kleinen Bericht begnügen. Der Soundcheck mit der bühnenerfahrenen Gerda Sengstbratel, die den Anfang machen sollte, dauerte nicht einmal eine Minute, so ideal war alles vorbereitet. In diesem Stil ging es dann weiter. Die beiden Autorinnen dieses Litmos hatten im März zusammen mit weiteren Frauen ein Buch mit dem Titel, WIR SIND FRAUEN : WIR SIND VIELE : WIR HABEN DIE SCHNAUZE VOLL, gestaltet, (Herausgeberinnen: Helga Pregesbauer und Isabella Breier) das bei der kreativen Edition fabrik.transit anlässlich des heurigen Frauentag erschienen ist. Diese neue Edition wird von zwei Frauen betrieben, die euch sicher keine Unbekannten sein werden, nämlich Juliane Adler und Eli Weber. Leider konnte die Juliane am Montag nicht dabei sein, dafür ist die Eli mit der Linda gekommen. Der Nichtraucherraum vor der Bar, wo unsere Lesungen immer stattfinden war ganz passabel gefüllt, vor allem wenn man an die Angst der Wiener vor den Regentropfen und schlechtem Wetter denkt. Jeder Taxler flucht dir seinen Wagen voll, wenn er an so einem Tag in der Wiener Stoßzeit fahren muss und verflucht den Tag, an dem er sich für Tagdienste entschieden hatte. Ein schwacher Regen genügt schon um die Wiener Autofahrer ins Chaos stürzten zu lassen. Anders verhält es sich doch bei den Vorlesungshungrigen, die erschienen alle pünktlich trotz der Regentropfen, was ich bei meiner Begrüßung auch lobend erwähnte.

Die Gerda erzählt uns, wie sie zum Schreiben gekommen ist, nachdem sie die Geschichte eines Romamädchens* gelesen hatte. Ich könnte ihr stundenlang zuhören, ihre Geschichten fühlen sich vertraut an, erinnern mich an die eigenen Kinderhände an verbotenen Sachen. Wenn Texte im Kopf Bilder erzeugen sind sie gelungen. Vielleicht liegt es daran, weil die Gerda auch Malerin ist, dass ihr das Bildermachen mit ihren Geschichten so gut gelingt.

Es geht mit viel Applaus in die Pause. Unsere Freikarte für den Sportclubplatz ghat diesmal die Nummer 6 gewonnen nicht die 9, und darüber freute sich vor allem die Linda mit ihrer eindeutigen 6. Apropos Zahlen, nach den ältesten Kalenderaufzeichnungen schreiben wir das Jahr 5.777. Dreimal die 7. In der Pause erfahre ich, dass unser Nachtbote, der Klausi nach Japan fahren wird. Ich habe natürlich sofort einen seiner beliebten Reiseberichte über den Erstkontakt mit Japan für einen der Litmos im kommenden Jahr gebucht. Der Toni schenkt mir ein Exemplar seiner neuen Mokkazeitung, in der er auch immer laufend über die Literaturmontage berichtet. Ein herzliches Dankeschön vor allem an seine Ausdauer, mit der er jetzt schon seit einigen Jahren sein satirisches Monatsblatt für Gersthof, Weinhaus und den Lidlberg druckt und verteilt.

 

Nach der Pause ist die kämpferische Helga Pregesbauer an der Reihe, die zu den Autorinnen gehört, welche in ihren Texten gesellschaftliche Realitäten und Schieflagen abbilden. Sie ist gleichsam die Politikerin unter den Literatinnen macht uns hellwach einerseits und nachdenklich andererseits. Sie gehört zu den Menschen, für die Solidarität kein Fremdwort ist, wie ich in den letzten Tagen erfahren durfte und auch an diesem Abend, der uns schließlich sehr zufrieden nach Hause gehen lässt. Vielen Dank für euren Besuch und auf ein baldiges Wiedersehen.

 

Übrigens, das Bild wurde nicht versteigert und meinte, es mag auch lieber nach Hause.